Qualität der STAPS Diagnostik

Normalerweise wird die anaerobe Schwelle mittels Stufentests bestimmt. Von den verschiedenen Testprotokollen (Stufenlänge, Stufenhöhe, etc.) sowie Auswertungskonzepten (fixe Schwellen bei Laktat 3 oder 4, Anstiegswinkeln, etc.) ist gleichgültig welches zur Anwendung kommt: der mittlere Fehler bei der Bestimmung der anaeroben Schwelle liegt im Radsport bei ca. 11-18%.

Eine Simulation des Energiestoffwechsels, unter Verwendung der gemessenen Leistungsdaten eines Athleten, bietet hier bessere Möglichkeiten: Anders als bei Stufentests wird die Schwelle nicht empirisch, d.h. durch einen mehr oder weniger zufällig gefundenen Zusammenhang zwischen einem Laktatwert im Stufentest und der anaeroben Schwelle ermittelt, sondern der Gleichgewichtszustand zwischen Produktion und Abbau von Laktat wird individuell bestimmt. Daher besteht keine Notwendigkeit mehr sich über Stufenlängen und -höhen zu streiten, ebenso wenig ob die Schwelle bei fixen Laktatwerten oder individuellen Anstiegsverhalten der Laktatkurve zu finden ist. Mit der Stoffwechselsimulation (z.B. STAPS) besteht die Möglichkeit einer inhaltlichen Begründung warum die anaerobe Schwelle im individuellen Fall bei einer bestimmten Wattleistung vorliegt. Der mittlere Fehler in der Bestimmung der anaeroben Schwelle reduziert sich dabei gegenüber Stufentests von mindestens 11% auf nur noch 2,3%! Damit ist es möglich auch kleine Veränderungen der anaeroben Schwelle im Trainingsverlauf zu identifizieren. Besonders für Hochleistungssportler ist dies ein wichtiger Punkt, da hier meist nur kleine Leistungssteigerungen möglich sind.

Diese Abbildung zeigt die Korrelation zwischen der mittels STAPS Diagnostik (Kreuzungs-punkt) ermittelten anaeroben Schwelle (x-Achse) und der mittels Dauertest Methode („Gold“ Standard) ermittelten anaeroben Schwelle. Jeder blaue Punkt beschreibt die Werte eines Probanden. Es ist gut zu sehen, dass die Regressionsgerade (rot) gleich der Indentitätslinie ist, also nicht nach oben oder unten verschoben ist. Die Korrelation ist hochsignifikant mit r=0,98.

Die Genauigkeit der Bestimmung der Leistung (in Watt) an der anaeroben Schwelle liegt damit auf dem Niveau der  Messgenauigkeit der gängigen Leistungsmesssysteme (SRM System).

Diese Grafik zeigt den Zusammen-hang zwischen der mittels STAPS Diagnostik ermittelten maximalen Laktatbildungsrate (y-Achse) und der mittels Photomotrie er-mittelten Aktivität des Enzyms PFK - dem Schlüsselenzym zur Laktatbildung („Nadelöhr“ des anaeroben Stoffwechsels, er-mittelt nach Muskelbiopsie). Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen beiden Werten. Damit ist bestätigt, dass die mittels Ergometertest ermittelte anaerobe Leistung mit der Leistung des Stoffwechsels in der Muskulatur übereinstimmt.


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