Anforderungsprofil in Rundfahrten des Radprofisports
SRM Aufzeichungen aus der Tour
de France 2005. Die Etappe führte von Pforzheim nach
Gerardmer. Es ist gut erkennbar wie der geglättete
Leistungsverlauf das Streckenprofil relativ genau abbildet.
Im mittleren Flachstück der Etappe finden sich jedoch
Leistungsspitzen, welche nicht topographischen Ursprungs
sind, sondern vielmehr Renn-taktische Gründe haben.

Entfernt man
jedoch die Datenglättung aus einer solchen Aufzeichnung, so
zeigt sich, dass auch während der scheinbar ruhigen Rennphasen,
zahlreiche Belastungsschwankungen aufgetreten sind.

Bei fünf verschiedenen Radprofis (durchschnittlich 74 kg
Körpergewicht) wurden die Leistungsdaten aus
Landesrundfahrten Analysiert. Dazu gehörten:
-
Tour de France
-
Giro d’Italia
-
Tour des Swisse
-
Vuelta a Espana
-
Niedersachsenrundfahrt
-
Bohemia
Die Daten wurden hinsichtlich der Leistungsverteilung sowie
auf Belastungswechsel untersucht. Ein Belastungswechsel
wurde als ein Schwankung der Leistung um mehr als 25%
(verglichen zum zeitlich vorangegangenen Wert) definiert.
Bei der Wettkampfanalyse konnte werden, dass Etappen in
Landesrundfahrten hinsichtlich der Dauer (286 ±52 min) sowie der
Intensität (229 ±35 Watt) auf dem Niveau von Trainingseinheiten von
Leistungssportlern lagen. Die Häufigkeit der Leistungsschwankungen
betrug durchschnittlich 5,8 Belastungswechsel pro Minute. Die
meiste Zeit, jeweils ca. 25% der gesamten Renndauer, wurde bei
Belastungen unter 100 Watt bzw. zwischen 300 und 450 Watt erbracht
(siehe Abbildung).
Die längsten Wettkampfphasen ohne eine
Belastungsänderung dauerten maximal drei Minuten. Bei der
Betrachtung der Rennphasen mit konstanter Leistungsabgabe (DKL) war
auffällig, dass mit steigender Dauer ebenfalls die durchschnittliche
Leistung erhöht war (Abbildung 2). Dies ist zunächst verwunderlich,
da die maximal mögliche Leistung mit längerer Zeitdauer abnimmt.
Jedoch ist anzumerken, dass Phasen mit konstanter Leistung welche
länger als 20 Sekunden waren, weniger als zehn Prozent der gesamten
Wettkampfdauer ausmachten.